| Geschichte
der Schießbrille Bereits
um 1600 war die Anfertigung einer Schießbrille Bestandteil der
Meisterprüfung der Brillenmacher. Die Brille, wie wir sie heute
kennen, war damals jedoch noch nicht erfunden. Brillen bestanden
damals meist aus einem Glas mit Haltegriff oder zwei in Leder, Holz
oder aus Horn gefertigten Fassungen, die vor die Augen gehalten
wurden.
Unter Schießbrille verstand man um 1600 ein Einglas, das mit einem
Stiel auf der Armbrust oder dem Gewehr befestigt wurde.
Als ca. 1850 die Brille mit Ohrbügeln erfunden war, nahm die
Entwicklung und Verbreitung der Brillen kontinuierlich zu. Die
gestiegene Zielgenauigkeit der Waffen erforderte vom Schützen
entsprechend hohe Sehschärfe. Brillengläser waren damals nur in der
Mitte scharf. Genau bestimmte Gläser gab es nicht. Die Gläser wurden
durch ausprobieren ermittelt, Hornhautverkrümmungen konnten nicht
gemessen und korrigierende Gläser auch nicht gefertigt werden.
Bei Gewehrschützen war das Hauptproblem, dass die Abbildung bei
schrägem Blick unscharf war.
Zu Verbesserung der Sehschärfe nutzten die Schützen um 1885 kleine
Blenden. Es wurde nasenseitig an der Brille ein Plättchen aus Metall
mit einer kleinen Bohrung angebracht. Wenige Jahre später wurde die
Konstruktion verfeinert, indem eine drehbare Scheibe mit verschieden
großen Bohrungen an der Brille angebracht wurde.
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Um 1900 verbesserten die Optiker die schlechte Abbildung der Brillengläser am Glasrand erstmals dadurch, dass die
Schießbrillengläser nahe der Nase angebracht und schräg gestellt
wurden. Dadurch wurde ein Blick durch die Glasmitte möglich. Um 1920
wurde durch die Kombination von schräg gestellten Brillengläsern mit
Blendenscheiben die Abbildungsqualität weiter gesteigert. |

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Schießbrille mit frei schwenkbarem gelben Glas.
Mit freundlicher Unterstützung von Optik Forster, Nürnberg
(Sammlung Giestl). |
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Inzwischen wurden auch die Brillengläser verbessert.
Hornhautverkrümmungen konnten gemessen und durch zylindrische
Gläser korrigiert werden. Jetzt ergab sich ein neues Problem.
Zylindergläser müssen auf die Achse des Auges ausgerichtet
sein. Da sich bei den frühen Konstruktionen die Glasachse bei
der Schwenkung verdrehte, mussten die Schießbrillen erneut
verbessert werden. |
| Schießbrille von Jäggi aus der Nachkriegszeit. Die Irisblende und der Glaswinkel können genau justiert werden.
(Original Müller Manching) |
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Bis 1945 wurde die Nutzung und
Entwicklung der Schießbrille durch die Schützen der Armee und die
Jäger geprägt. Erst der Schießsport führte zu den heute
verwendeten High-Tech-Modellen, die fast keine Wünsche offen
lassen.
Wir werden auf dieser Seite weitere Erläuterungen und Abbildungen zu
diesem Thema veröffentlichen. Falls sie im Besitz einer alten
Schießbrille sind, über alte Bilder, Kataloge oder sonstige
Informationen verfügen, so bitte ich um Kontaktaufnahme unter info@mueller-manching.de
.
Fortsetzung
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