Führungsauge und Händigkeit (Kreuzdominanz)

Bestimmung des Führungsauges und die Auswirkung beim Schießsport

Ebenso wie praktisch jeder Mensch entweder Rechtshänder oder Linkshänder ist, so hat jeder Mensch ein führendes Auge. Das Führungsauge steuert die Blickrichtung und hat Vorrang vor dem nichtführenden Auge. Das Führungsauge muss nicht auf der gleichen Seite wie die dominante Hand sein. Bei neuen Schützen sollte vor Beginn der Schießausbildung die Händigkeit und das Führungsauge festgestellt werden.

So können Sie ihr Führungsauge bestimmen:
Heben Sie den Daumen und halten Sie ihn unter ein Ziel in der Ferne, z.B. Zielscheibe oder einen beliebigen Gegenstand.

Führungsauge Ziel

Führungsauge Hand

nichtführendes Auge geschlossen

Führungsauge Ziel

Führungsauge Hand

führendes Auge geschlossen

Wenn Sie das nichtführende Auge schließen, bleibt das Ziel an der gleichen Stelle. Wenn Sie das Führungsauge kurzzeitig schließen scheint das Ziel im Hintergrund versetzt.

Ein Rechtshänder nutzt die rechte Hand häufiger und hat deshalb in der rechten Hand meist mehr Kraft und eine bessere Feinmotorik. Die dominante Hand hat auch eine schnellere Reaktionszeit. Früher wurde Kindern beigebracht, dass sie mit der rechten Hand schreiben müssen. Deshalb sind viele Linkshänder unfreiwillig auf Rechts umgepolt. Linkshänder halten meist Werkzeuge wie Hammer, Schraubenzieher, Zahnbürste usw. mit der linken Hand. Das Werfen eines Balls oder das Aufschließen der Tür erfolgt meist mit links.

Bei Kurzwaffe ist es meist kein großes Problem, wenn ein Rechtshänder mit dem linken Auge zielt. Er kann das nichtzielende Auge schließen. Auch unser Kunde Roberto di Donna wurde Olympiasieger mit der Luftpistole in der rechten Hand, zielte aber mit dem linken Auge.

Bei Wurfscheibenschützen kann diese sogenannte Kreuzdominanz erhebliche Probleme bereiten. Hier ist das beidäugige Sehen extrem wichtig. Beide Augen zusammen erzeugen ein räumliches Sehen, eine höhere Sehschärfe und ein breiteres Gesichtsfeld.
Bei einer Kreuzdominanz kommt es häufig zu Fehlschüssen, da das Zielauge wechselt.

Durch eine schmale Abdeckscheibe oder eine schmale matte Folie wird der Wechsel auf das Führungsauge verhindert.

Führungsauge Abdeckscheibe bei Wurfscheibe
Die schmale Abdeckscheibe lässt sich zwischendurch nach oben klappen.
Führungsauge Abdeckfolie bei Wurfscheibe
Unsere schmale matte Folie ist besonders unauffällig.

Die schmale Abdeckscheibe und die schmale Mattfolie werden so angebracht, das sie beim Blick in gerader Richtung nicht stören. In Zielrichtung ist das Führungsauge jedoch abgedeckt und ein Wechsel des Zielauges ausgeschlossen. Die Folie hält am Glas durch Adhäsion, also ohne Klebstoff. Sie kann jederzeit abgenommen und wieder angebracht werden. Das Glas wird dabei nicht durch Klebstoff verschmutzt, wie dies bei Klebstreifen auftritt.
Es gibt auch Produkte am Markt, die mit Magneten befestigt werden. Bei undurchsichtiger Abdeckung eines Auges gehen jedoch die Pupillen beider Augen als Folge der Abdunkelung weiter auf, und die Tiefenschärfe wird geringer. Wir bevorzugen deshalb die transparente Abdeckung.