![]() Rasterbrillen (Sinnvoll oder Unsinn?) Immer wieder hört man von Rasterbrillen, die angeblich das Auge trainieren oder sogar eine Brille ersetzen sollen. Wie funktionieren solche Brillen? Beim Blick durch eine kleine Blende wird die Tiefenschärfe größer. Dieser Effekt ist bekannt. Wer sich mit Fotografie beschäftigt weiß, dass bei kleiner Blendenöffnung Nahes und Fernes scharf abgebildet wird. Bei großer Blendenöffnung ist die Tiefenschärfe sehr gering. Die Entfernung muss sehr genau eingestellt werden, da nur Nahes oder Fernes im Schärfenbereich liegen. Wenn an der Schießbrille eine Irisblende angebracht ist, dann kann der Effekt gut beobachtet werden. Beim Schließen der Iris steigt die Tiefenschärfe an. Eine Fehlsichtigkeit macht sich bei kleiner Blende weniger bemerkbar, das Bild wird schärfer. Normalerweise hat das Auge einen Pupillendurchmesser von etwa 4 mm. Wenn vor dem Auge eine Blende von nur 1 mm angebracht wird, so erscheint bei Fehlsichtigen das Bild schärfer. Eine Rasterbrille hat statt Brillengläsern zahlreiche kleine Löcher, die durch den Blenden-Effekt die Sehschärfe des fehlsichtigen Auges geringer erscheinen lassen. Tatsächlich wird natürlich nur die Tiefenschärfe durch die Blendenwirkung erhöht, an der Fehlsichtigkeit ändert sich dadurch nichts. Nach Abnehmen der Brille hat der Benutzer zunächst den Eindruck, auch ohne Rasterbrille besser zu sehen. Das liegt natürlich nicht an einer heilenden oder trainierenden Wirkung der Rasterbrille. Vielmehr wird das Auge durch die Abdunkelung der Rasterbrille lichtempfindlich. Beim Abnehmen der Rasterbrille schließt sich durch die Helligkeit die Pupille des Auges. Durch die kleine Pupille erscheint kurzfristig alles schärfer, bis sich die Pupillenöffnung nach wenigen Minuten wieder normalisiert hat. Da eine Rasterbrille nie so genau zentriert werden kann wie eine Irisblende, ist sie für Schützen kaum geeignet. Sie behebt weder die Fehlsichtigkeit, noch kann sie diese bessern. |
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